Ausbau der Staatsstraße 3259 in Klingenberg

Ausbau der Staatsstraße 3259 in Klingenberg
PPP (Public-Private-Partnership) - Projekt


1. Verkehrsbedeutung und Prognosebelastung

Die bestehende Mainbrücke Klingenberg im Zuge der Staatsstraße 3259 (St 3259) ist eine wichtige Querverbindung zwischen der rechtsmainischen Staatsstraße 2309 und der linksmainischen zwei-bahnig ausgebauten Bundesstraße 469. Die Ver-kehrsprognose für das Jahr 2020 lässt eine Fahr-zeugbelastung von insgesamt 15.000 Kfz/24 h, davon Schwerlastverkehr 495 Kfz/24 h (3,3 %) erwarten. Die Brücke ist die einzige innerstädtische Verbindung über den Main zwischen den Ortsteilen Klingenberg und Trennfurt. Beidseitig des Mains verlaufen zudem die Maintal-Radwanderwege zwischen Miltenberg und Aschaffenburg, die durch die Mainbrücke Klingenberg verbunden sind.


2. Brückenbestand

Die in den Nachkriegsjahren 1946 bis 1949 erbaute Mainbrücke Klingenberg ist eine Stahlverbund-/Stahl-betonkonstruktion auf fünf Pfeilern, Brückenklasse 30, mit insgesamt 179 m Gesamtstützweite. Die Main-brücke ist in einem schlechten baulichen Zustand (Bauwerksnote 4,0). Entsprechend den Ergebnissen der Bauwerksprüfung wurde die Tragfähigkeit der Brücke im Jahr 2000 auf 16 Tonnen tatsächliches Gewicht abgestuft und im Jahr 2006 eine Stützkonstruktion im Betonfeld auf der Seite Klingenberg eingezogen.


3. Projektumfang

Die Mängel der bestehenden Brücke können durch Sanierungsmaßnahmen nicht wirtschaftlich beseitigt werden, deshalb ist ein Neubau der Mainbrücke Klingenberg mit einem den heutigen Ausbaustandards genügenden breiteren Brückenquerschnitt und einem getrennt von der Fahrbahn beidseits angelegten Geh- und Radweg erforderlich.

Der insgesamt 440 Meter lange Staatsstraßenausbau umfasst den Neubau der 182 Meter langen Mainbrücke Klingenberg unmittelbar südlich des bestehenden Bauwerks, die 158 Meter lange Anbindung der Staats-straße auf beiden Seiten der neuen Brücke sowie den Abbruch der bestehenden Mainbrücke. Die Brücken-neuplanung berücksichtigt die von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) vorgesehene Erweiterung der Schleuse Klingenberg mit der Forderung nach künftig nur mehr einem Pfeiler in Flussmitte.


4. Aktueller Stand

Nachdem im Juni 2010 mit den Bauarbeiten für den Neubau der Mainbrücke begonnen wurde, legte Staatssekretär Gerhard Eck am 31. Juli 2010, zusammen mit regionalen und überregionalen Politikern, in einer Feierstunde den Grundstein für die Brücke.

Die beiden Widerlager der 182 m langen Brücke, gegründet auf Großbohrpfählen Durchmesser 120 cm, wurden noch im Herbst 2010 fertig gestellt. Über einen rund 60 m langen Ponton wurde in Mainmitte im November eine künstliche Insel geschüttet. Von dieser Insel aus wurden ebenfalls 10 Bohrpfähle für die Fundamentierung des Mittelpfeilers in den Sandsteinfels eingebohrt. Aufgrund des lang anhaltenden Winterhochwassers war es erst im März 2011 wieder möglich, an dem Mittelpfeiler weiter zu arbeiten.

Im Oktober 2011 wurde der Brückenüberbau, der wegen der Schifffahrtsöffnung über der Schleuse überhöht hergestellt worden war, auf die endgültige Höhe abgesenkt. Das Absenken erfolgte über hydraulische Pressen. Der zweite Überbauabschnitt auf der Seite Klingenberg wurde in Endlage hergestellt, weil das Unterwasser der Schleuse für die Sportschifffahrt gesperrt werden konnte. Noch vor Wintereinbruch 2012 konnte der Rohbau der Brücke fertig gestellt werden. Parallel wurden die aufgrund des neuen Kreisverkehrsplatzes notwendigen Arbeiten an der Stützmauer am Winzerfestplatz in Angriff genommen und im März 2012 beendet.

Den Winter 2011 über wurde der Brückenbau ausgeschalt und die schweren Gerüstträger demontiert und abtransportiert.

Gleichzeitig mit den Straßenbauarbeiten, die sowohl hinter dem Widerlager Trennfurt als auch in der Brückenstraße Klingenberg stattfanden, wurden die Dehnfugen an den Brückenenden eingebaut und die Brückentafel mit Schweißbahnen abgedichtet. Auf dem Brückenüberbau wurde sowohl auf der oberstromigen als auch auf der unterstromigen Seite ein 4 m breiter kombinierter Geh- und Radweg mit einem Höhenversatz von 15 cm zur Fahrbahn aufbetoniert. Gleichzeitig mit den Gesimsen wurden auch die Beleuchtungsmaste für die Brückenbeleuchtung, die Geländer und auch die Lärmschutzwand auf der Seite Trennfurt aufgebaut.
Im Brückeninnern wurden Kabelrohrtrassen für insgesamt sechs Leitungen der Telekom und zwei 20 KV-Leitungen des EZV eingebaut.

Die Verkehrsfreigabe der neuen Brücke erfolgte vorzeitig am 27.07.2012. Ab September 2012 wurde die alte Mainbrücke abgerissen. Die Brückenpfeiler konnten erst während einer Schifffahrtssperre im Frühjahr 2013 bis auf die Mainsohle zurückgebaut werden. Im Anschluss daran erfolgten noch Restarbeiten an den beidseitigen Radwegen.

Die Baumaßnahme wurde im Sommer 2013 abgeschlossen.